Philosophie | Dichtung Jakob Brem - GEDANKENKINDER
Gedankenkinder, ein Märchen  
Jakob Brem  

Ob der liebe Gott die Menschen nur aus Langeweile oder tiefster Einsamkeit erschaffen hat, verrät uns dieses Märchen nicht. Anfänglich vergnügte er sich fast nur mit den Lachgedanken.
Diese überredeten ihn zu immer verrückteren Neuschöpfungen.So wollten sie im Himmel viele Bäume haben.Einzelne Aeste drohte das Himmelsgewölbe zu durchbrechen, so gewaltig dehnten sie sich aus.Doch der Herr liebte es, beim Gedankenzeugen mit der himmlischen Gedankenmutter, im Blätterwerk seiner Bäumen, zu schweben..

Die geschlechtslosen Engel empfanden das lustvolle Lachen der beiden als unanständig. Als der liebe Gott von einem Denkengel erfuhr, dass es auf der Welt unten viel kurzweiliger sei als im Himmel, liess er vom Genmanipulationschefengel ein Wesen erschaffen, das er Adam nannte.Er sollte Herr der Erde werden. Nachdem der „Windlose Wind“ davon erfahren hatte, erschuf dieser eine Menschin. Als die erste Erdenfrau, Eva, an einem warmen Sandstrand des Paradieses Adam begegnete, traute sie diesem Mann nicht. Der stand bedrohlich breitspurig im Sande, mit einem Knochen zwischen seinen Schenkeln, mit dem er den Himmel nach irgend etwas abzusuchen schien. Eva rannte lachend zum Wasser und liess sich von einem Delfisch ins Meer hinaustragen.Verzweifelt rief ihr der Nichtschwimmer Adam nach, und befahl ihr zurückzuschwimmen. Aber Eva liess sich erst einige Paradiesweiten weg von Adam aus dem gewaltig bezahnten Maul des Delfisches fallen und schwamm zum Strand.

Dort begegnete sie B-Dam, C-Dam und De-Dam, mit denen sie bald eine Seele und oft auch ein Fleisch war. Daraufhin fertigte der Genmanipulationschefengel für Adam eine neue Frau an, die er Hohlbauch nannte, und legte sie dem einsamen Manne in die Arme. Hohlbauch unternahm nichts, was Adam missfiel und tat alles, was er befahl. Nach vielen sorglosen Jahren hörte Adam von drei anderen Männern. Erschreckt von dieser Nachricht errichtete er mit seinen zwei Söhnen, die wie ihre Mutter nichts unternahmen, was Adam missfiel und alles taten, was dieser wollte, in Eile einen Zaun um das Paradies. Als er eines Morgens Eva, auf dem länglichen Kopf einer Riesenechse sitzend herannahen sah, staunte er, wie schön seine geschiedene Frau immer noch war. Da zertrampelte Evas Echse plötzlich den Zaun und für Adam waren die paradiesischen Tage gezählt.

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Gedankenkinder, ein Märchen für Jugendliche und Erwachsene

Ausgeliefert 1999
ISBN 3-9521284-2-2